Ein vielseitiger Reisebegleiter: Das Nikon AF-S DX NIKKOR 18-140mm f/3.5-5.6G ED VR im ausführlichen Test
Einleitung Das Nikon AF-S DX NIKKOR 18-140mm f/3.5-5.6G ED VR wurde als vielseitiges All-in-One-Zoomobjektiv für Nikons DX-Format-DSLR-Kameras konzipiert. Es deckt einen bemerkenswert breiten Brennweitenbereich ab, der von einem moderaten Weitwinkel bis zu einem respektablen Teleobjektiv reicht. Dieses Objektiv ist primär darauf ausgelegt, Fotografen eine einzige, bequeme Lösung für eine Vielzahl von Aufnahmesituationen zu bieten, ohne dass Objektivwechsel erforderlich sind. Es positioniert sich als attraktive Option für Reisende und jene, die eine unkomplizierte Ausrüstung für den Alltag schätzen. In diesem Testbericht beleuchten wir die Merkmale, die Leistung und die Anwendungsbereiche dieses Objektivs, um ein ausgewogenes Bild zu zeichnen.
Design und Konstruktion Mit einem Gewicht von nur 490 Gramm ist das 18-140mm VR für seinen Brennweitenbereich relativ leicht und kompakt. Das Gehäuse aus hochwertigem Kunststoff trägt zum geringen Gewicht bei und vermittelt dennoch eine solide Haptik. Das 67mm Filtergewinde ist ein gängiger Standard, was die Beschaffung von Filtern erleichtert. Zoom- und Fokusring arbeiten reibungslos und bieten eine präzise Steuerung. Eine explizite Dichtung gegen Staub und Feuchtigkeit ist bei diesem Modell jedoch nicht angegeben, was bei anspruchsvollen Outdoor-Einsätzen berücksichtigt werden sollte.
Optische Merkmale und Leistungsdaten Das Herzstück des 18-140mm VR bildet eine komplexe optische Konstruktion aus 17 Linsen, die in 12 Gruppen angeordnet sind. Nikon hat hier auf spezielle Linsenelemente gesetzt, um die Bildqualität über den gesamten Brennweitenbereich zu optimieren. Dazu gehören ein ED-Glas (Extra-low Dispersion), welches chromatische Aberrationen effektiv reduziert, und asphärische Elemente, die sphärische Aberrationen und Verzeichnungen minimieren. Die maximale Blendenöffnung variiert von f/3.5 im Weitwinkelbereich (18mm) bis f/5.6 im Telebereich (140mm); die minimale Blende liegt zwischen f/22 und f/38. Die Blendenkonstruktion besteht aus sieben Lamellen, die zu einem potenziell angenehmen Bokeh beitragen können, sofern die Lichtstärke und die Motivdistanz dies zulassen. Ein weiteres herausragendes Merkmal ist das integrierte Nikon VR-System (Vibration Reduction). Diese optische Bildstabilisierung kompensiert Kamerabewegungen und ermöglicht scharfe Freihandaufnahmen bei Verschlusszeiten, die um bis zu vier Blendenstufen länger wären als ohne VR. Dies ist besonders im Telebereich oder bei schwachem Licht von großem Vorteil. Der Autofokus wird von einem Silent Wave Motor (SWM) angetrieben, der für eine schnelle, präzise und bemerkenswert leise Scharfstellung sorgt. Dies ist nicht nur beim Fotografieren, sondern auch beim Filmen von Vorteil, da unerwünschte Fokussiergeräusche minimiert werden. Die Naheinstellgrenze von 0.45 Metern ermöglicht eine maximale Vergrößerung von 0.23x, was für moderate Nahaufnahmen ausreicht, aber keine dedizierte Makrofotografie ersetzt.
Bildqualität und Leistung im Feld Die Bildqualität des Nikon 18-140mm VR ist für ein Objektiv dieser Klasse und dieses Brennweitenbereichs insgesamt als gut zu bewerten. Im Zentrum liefert es über weite Bereiche der Brennweite eine überzeugende Schärfe, die für die meisten Anwendungen absolut ausreichend ist. Wie bei vielen Superzooms kann die Randschärfe, insbesondere bei Offenblende und an den extremen Enden des Zoombereichs, leicht abfallen. Dank des ED-Glases sind chromatische Aberrationen gut unter Kontrolle, obwohl sie unter sehr kontrastreichen Bedingungen nicht vollständig unsichtbar sind. Verzeichnungen sind vorhanden: eine sichtbare Tonnenverzeichnung im Weitwinkelbereich und eine leichte Kissenverzeichnung im Telebereich. Moderne DX-Kameras können diese Verzeichnungen jedoch oft kameraintern korrigieren, was die Ergebnisse verbessert. Die Vignettierung ist bei Offenblende, vor allem im Weitwinkel, bemerkbar, lässt sich aber ebenfalls in der Nachbearbeitung oder durch Abblenden leicht beheben. Die Farbwiedergabe und der Kontrast sind Nikon-typisch natürlich und lebendig. Das Bokeh ist aufgrund der moderaten Lichtstärke nicht extrem weich, aber die sieben Blendenlamellen sorgen für eine ansprechende Wiedergabe von unscharfen Bereichen, insbesondere wenn man sich dem Motiv bei längeren Brennweiten nähert.
Anwendungsbereiche – Wo das Objektiv glänzt Das Nikon AF-S DX NIKKOR 18-140mm f/3.5-5.6G ED VR ist prädestiniert für Fotografen, die ein Höchstmaß an Flexibilität und Komfort schätzen.
- Reisefotografie: Der umfassende Brennweitenbereich macht es zur idealen Einzelobjektivlösung für Reisen. Weite Landschaften (18mm), Stadtansichten, Architektur und Porträts (140mm) können mit einer Linse festgehalten werden, was Gewicht spart, den Gepäckumfang reduziert und Objektivwechsel überflüssig macht.
- Alltags- und Familienfotografie: Für spontane Schnappschüsse, Familienfeiern oder den Ausflug in den Zoo ist dieses Objektiv ideal, da man stets flexibel ist und keine wertvollen Momente verpassen muss, weil die „falsche“ Linse montiert ist.
- Landschafts- und Architekturfotografie: Der 18mm-Weitwinkelbereich ist ausreichend, um beeindruckende Landschaften und expansive Gebäude einzufangen.
- Porträtfotografie: Im Telebereich von 100-140mm können ansprechende Porträts mit einer moderaten Hintergrundunschärfe realisiert werden, die das Motiv vom Hintergrund abheben.
- Allzweckobjektiv: Als Upgrade zu einem standardmäßigen Kit-Objektiv oder als erste Wahl für Einsteiger bietet es eine unvergleichliche Vielseitigkeit, die das Experimentieren mit verschiedenen Genres erleichtert.
Kompromisse und Einschränkungen Obwohl das 18-140mm VR viele Stärken besitzt, bringt es, wie jedes Superzoom, bestimmte Kompromisse mit sich. Die variable und eher moderate maximale Blendenöffnung von f/3.5-5.6 ist die größte Einschränkung. In Umgebungen mit schwachem Licht muss man entweder die ISO-Empfindlichkeit erhöhen (was zu mehr Bildrauschen führen kann) oder längere Belichtungszeiten in Kauf nehmen, auch wenn der VR hier wertvolle Dienste leistet. Für eine extrem geringe Tiefenschärfe oder ein sehr weiches, cremiges Bokeh bei Porträts ist dieses Objektiv weniger geeignet als lichtstarke Festbrennweiten oder professionelle Zoomobjektive. Die optischen Leistungen sind gut, erreichen aber nicht die Spitzenwerte von Spezialobjektiven, insbesondere in Bezug auf Randschärfe und Verzeichnungsfreiheit ohne kamerainterne Korrektur.
Fazit Das Nikon AF-S DX NIKKOR 18-140mm f/3.5-5.6G ED VR ist ein durchdachtes und leistungsfähiges Objektiv für Nikon DX-DSLR-Benutzer, die Wert auf Vielseitigkeit, Komfort und ein leichtes Gepäck legen. Es ist die ideale „Immerdrauf“-Option für Reisen, den Alltag und eine breite Palette fotografischer Situationen. Die Kombination aus einem umfassenden Brennweitenbereich, effektiver Bildstabilisierung und schnellem, leisem Autofokus macht es zu einem exzellenten Werkzeug für Fotografen, die nicht ständig Objektive wechseln möchten. Während es in puncto Lichtstärke und absoluter optischer Perfektion Kompromisse eingeht, liefert es im Gegenzug eine herausragende Flexibilität, die es zu einer lohnenswerten Investition für viele Hobbyfotografen und Reisende macht. Es ist eine ausgezeichnete Wahl für jeden, der ein einziges Objektiv sucht, das die meisten fotografischen Herausforderungen meistern kann, ohne dabei das Budget oder das Gepäck zu sprengen.
