Das Sony FE 24-240mm f/3.5-6.3 OSS (SEL24240) ist ein bemerkenswert vielseitiges Superzoom-Objektiv, das speziell für Sonys spiegellose Vollformatkameras mit E-Mount entwickelt wurde. Mit seinem beeindruckenden 10-fachen Zoombereich, der von einem weiten 24mm-Weitwinkel bis zu einem kräftigen 240mm-Telebereich reicht, positioniert es sich als eine „All-in-One“-Lösung für Fotografen, die Wert auf maximale Flexibilität und minimales Gepäck legen. Dieses Objektiv ist prädestiniert für Anwender, die keine Kompromisse bei der Auswahl des Bildausschnitts eingehen möchten, ohne dabei ständig Objektive wechseln zu müssen. Es ist ein Reisebegleiter par excellence und ein verlässliches Werkzeug für den Alltag, das eine Vielzahl fotografischer Genres abdeckt. Ziel dieser Bewertung ist es, die Stärken und typischen Eigenschaften dieses Objektivs objektiv zu beleuchten und aufzuzeigen, in welchen Szenarien es seine volle Leistung entfaltet.
Design, Haptik und Verarbeitungsqualität
Mit einem Gewicht von 780 Gramm ist das FE 24-240mm kein Leichtgewicht, was jedoch angesichts seiner komplexen Optik und des großen Zoombereichs verständlich ist. Die Abmessungen sind für ein Objektiv dieser Klasse ebenfalls angemessen und sorgen für eine gute Balance an den meisten Vollformat-E-Mount-Kameras. Das Gehäuse ist robust gebaut und verfügt über einen Staub- und Spritzwasserschutz, eine essenzielle Eigenschaft für ein Objektiv, das für Reise- und Outdoor-Einsätze konzipiert wurde. Dies gibt dem Fotografen die Gewissheit, auch unter weniger idealen Bedingungen wie leichtem Regen oder staubiger Umgebung weiterarbeiten zu können. Der Fokus- und Zoomring sind gut dimensioniert und bieten einen angenehmen Widerstand, was präzise Einstellungen ermöglicht. Der Filterdurchmesser von 72mm ist gängig und ermöglicht die Verwendung einer Vielzahl von Filtern. Die optische Konstruktion umfasst 17 Elemente in 13 Gruppen, während die Blende von 7 Lamellen gebildet wird.
Brennweitenbereich und Vielseitigkeit
Der größte Trumpf des Sony FE 24-240mm ist zweifellos sein extrem vielseitiger Brennweitenbereich. Beginnend bei 24mm bietet es einen soliden Weitwinkel für beeindruckende Landschaftsaufnahmen, Architektur oder Gruppenporträts. Der Übergang zum Standardbereich (z.B. 50mm) ist fließend und ideal für Straßenfotografie oder alltägliche Szenen. Darüber hinaus erstreckt sich der Zoombereich in den Telebereich bis zu 240mm, was es ermöglicht, weit entfernte Motive näher heranzuholen, sei es bei Tierbeobachtungen, Sportveranstaltungen oder für detaillierte Porträts mit stärker komprimierter Perspektive. Diese extreme Flexibilität bedeutet, dass man mit nur einem Objektiv das gesamte Spektrum abdecken kann, das sonst drei oder mehr Objektive erfordern würde. Dies reduziert nicht nur das Gewicht der Ausrüstung, sondern beschleunigt auch den Arbeitsablauf, da kein Objektivwechsel erforderlich ist und somit kein potenzieller Schmutzeintrag in den Kamerasensor riskiert wird.
Optische Leistung
Wie bei den meisten Superzoom-Objektiven muss man auch beim FE 24-240mm systembedingt einige Kompromisse in der optischen Leistung in Kauf nehmen, insbesondere im Vergleich zu spezialisierten Festbrennweiten oder hochwertigen Zoomobjektiven mit geringerem Brennweitenbereich. Dennoch liefert das Objektiv eine respektable Leistung für seine Klasse. Die maximale Blendenöffnung variiert von f/3.5 bei 24mm bis f/6.3 bei 240mm, während die minimale Blende f/22 bei 24mm und f/40 bei 240mm beträgt.
Die Schärfe ist im Zentrum über weite Teile des Zoombereichs und bei mittleren Blendenöffnungen (z.B. f/8) gut. An den Rändern kann sie insbesondere bei Offenblende und in den extremen Brennweitenbereichen (24mm und 240mm) etwas nachlassen. Abblenden verbessert die Schärfeleistung in der Regel spürbar. Verzeichnung ist vorhanden, insbesondere im Weitwinkelbereich (24mm), wo eine Tonnenverzeichnung sichtbar sein kann, und im Telebereich (Kissenverzeichnung). Dank der modernen Bildprozessoren in Sony-Kameras und entsprechender Softwarekorrekturen (im JPG und RAW) lässt sich dies jedoch effektiv minimieren. Die Vignettierung (Randabschattung) ist bei Offenblende ebenfalls vorhanden, reduziert sich aber beim Abblenden und ist softwareseitig gut korrigierbar. Chromatische Aberrationen (Farbsäume) sind in einem akzeptablen Rahmen, können aber in kontrastreichen Szenen auftreten. Auch hier leisten die kamerainterne Verarbeitung und Bildbearbeitungsprogramme gute Arbeit.
Das Bokeh, die Qualität der Hintergrundunschärfe, ist angesichts der variablen Maximalblende von f/3.5-6.3 nicht so ausgeprägt wie bei lichtstärkeren Objektiven. Bei 240mm und Offenblende f/6.3 kann jedoch bei ausreichend Abstand zwischen Motiv und Hintergrund eine ansprechende Trennung erreicht werden, unterstützt durch die 7 Blendenlamellen, die eine relativ runde Öffnung erzeugen. Die Naheinstellgrenze von 0.5m bei 24mm und 0.8m bei 240mm, kombiniert mit einer maximalen Vergrößerung von 0.27x, erlaubt respektable Nahaufnahmen, wenn auch kein echtes Makro.
Autofokus und Bildstabilisierung
Das Objektiv verfügt über einen zuverlässigen Autofokusmechanismus, der in den meisten Situationen schnell und präzise arbeitet. Für actionreiche Sportfotografie unter schwierigen Lichtverhältnissen mag er an seine Grenzen stoßen, aber für Reisen, Porträts und Alltagsaufnahmen ist er absolut ausreichend.
Ein entscheidendes Merkmal des FE 24-240mm ist die integrierte optische Bildstabilisierung (Optical SteadyShot – OSS). Diese Technologie ist von unschätzbarem Wert, insbesondere im Telebereich bei 240mm, wo selbst kleinste Kamerabewegungen zu Unschärfen führen können. OSS ermöglicht es, mit deutlich längeren Belichtungszeiten aus der Hand zu fotografieren, als es ohne Stabilisierung möglich wäre, was besonders bei schlechten Lichtverhältnissen oder für Aufnahmen in Bewegung vorteilhaft ist. Wenn das Objektiv an einer Kamera mit sensorbasierter Bildstabilisierung (IBIS) verwendet wird, arbeiten beide Systeme Hand in Hand, um eine noch effektivere Stabilisierung zu gewährleisten.
Ideale Anwendungsbereiche
Das Sony FE 24-240mm OSS glänzt in einer Vielzahl von Szenarien:
- Reisefotografie: Dies ist der primäre Anwendungsbereich. Ein einziges Objektiv, das Landschaften, Stadtansichten, Porträts und entfernte Details abdeckt, ohne Objektivwechsel. Der Staub- und Spritzwasserschutz ist hierbei ein großer Vorteil.
- Alltags- und Familienfotografie: Für den täglichen Gebrauch bietet es die Flexibilität, spontane Momente festzuhalten, vom Gruppenfoto bis zum spielenden Kind in der Ferne.
- Landschaftsfotografie: Der 24mm-Weitwinkel ist ideal für weitläufige Panoramen, während die längeren Brennweiten für die Isolierung von Details oder die Schaffung von Perspektivkompression genutzt werden können.
- Porträtfotografie: Bei 240mm und f/6.3 lassen sich Porträts mit einer angenehmen Hintergrundunschärfe erstellen. Der längere Brennweitenbereich sorgt für eine natürliche Darstellung der Gesichtszüge.
- Telefotografie (Casual): Für Hobby-Naturfotografie oder um Details aus der Ferne einzufangen, wenn ein spezialisiertes Teleobjektiv zu groß oder unpraktisch wäre.
Fazit
Das Sony FE 24-240mm f/3.5-6.3 OSS ist ein Paradebeispiel für ein vielseitiges Reise- und Allround-Objektiv. Es ist die ideale Wahl für Fotografen, die Wert auf Komfort, Flexibilität und die Möglichkeit legen, eine breite Palette an Motiven mit einem einzigen Objektiv abzudecken, ohne dabei auf Vollformatqualität verzichten zu müssen. Während es in den extremen Brennweitenbereichen und bei Offenblende gewisse optische Kompromisse eingeht – wie es bei Superzooms üblich ist – liefert es insgesamt eine sehr gute Leistung, die durch moderne Kameratechnologien und Bildbearbeitungsprogramme noch optimiert wird. Der integrierte Bildstabilisator und der Staub- und Spritzwasserschutz unterstreichen seine Eignung für den Einsatz unterwegs. Wer ein Objektiv sucht, das den ständigen Objektivwechsel überflüssig macht und dennoch eine beeindruckende Flexibilität bietet, findet im Sony FE 24-240mm OSS einen zuverlässigen und leistungsstarken Begleiter.
